Die Jigs und ich…

 

Hallo,


schön dass Du Dich für diese Köder interessierst! Mein Name ist Frank Buchholz, und ich angel jetzt seit über dreißig Jahren. Davon ca. zwanzig Jahre auf Meerforelle, und davon wiederum ca. fünf Jahre auch mit der Fliegenrute. Wie kommt man von da auf Haarjigs?

Es war im Herbst 2009 dass ich an einem geführten Meerforellen-Fliegenfischerseminar bei dem begnadeten Wurflehrer und vermutlich erfolgreichstem Salzwasser- Meerforellenfischer Bernd Ziesche teilgenommen habe. Uns wurde dort in erster Linie beigebracht mit großen, stark beschwerten Fliegen auch gegen Wind und Wetter ca. 15-25m Wurfdistanz zu erreichen und dann sehr, sehr schnell einzustrippen. Das Zauberwort hieß "jiggen", d.h. die Fliege sollte durch starke Bebleiung, schnelle Führung und sparsame Bindeweise eine hüpfende, fliehende Bewegung im Wasser ausführen die das lange, weiche Schwanzmaterial gut spielen läßt.


Ich weiß noch wie ich am Strand stand und dachte: "Warum dann nicht gleich auf einen Jighaken binden und die UL Rute benutzen?"


Das Problem war: Es gab solche Köder noch nicht. Der Haarjig, Urvater aller Twister und Gufis, gilt zwar als der älteste Kunstköder der Welt. Zwischen der max. 1,5gr schweren bebleiten Fliege aus weichem Material mit tollem Köderspiel und dem robusten, aber recht plumpen halb-Unzer Bucktail Jig klaffte jedoch eine Lücke, für die es zumindest hier in Europa keine klare Vorlage gab. Es gab – und gibt – hier bis auf wenige Ausnahmen noch nicht einmal geeignete Köpfe zu kaufen. Alles ist auf die Gummifischangelei ausgelegt, d.h. riesige, dick drahtige Haken auf unlackierten Erie-, Rund-, oder Footballköpfen.

Zunächst habe ich mir daher einfache Bleigußformen und vernünftige Sichelhaken besorgt. Dann wurde mit mehreren Tungstenperlen , einem Wirbel und einem Spinnerblatt zunächst eine Fliegenbinder-Lösung auf Wooly Bugger Basis ausprobiert – die sofort gefangen hat. Dann ging es weiter mit einem einfachen Sandaalmuster, eigentlich nur eine Schwanzschwinge, auf einem leichten Banana-Kopf mit Propeller auf dem Hakenschenkel - ein absoluter Knaller der bislang auf Anhieb jede Fischart gefangen hat die ich damit gezielt befischt habe (Barsch, Dorsch, Hornhecht, Köhler, Meerforelle am Kanal, vom Kayak und vom Strand), Zander und noch ein paar mehr, z.B. Hechte und in der bleifreien Micro-Version sogar Rotaugen! Zu Forellenbächen und Rapfengewässern habe ich leider keinen Zugang.

Das "Boolie" genannte Hakenschenkel-Propeller-Prinzip ist übrigens eine Adaption des "Whistler Jig" Zandertwisters der US-Firma Northland Fishing Tackle, welches vor einigen Jahren in ein allgemein gebräuchliches Haarjig- Bindemuster weiterentwickelt und veröffentlicht worden ist. Der britische Finesse- Jigkopf "whicky head" nutzt denselben Effekt.

Die Kombination von langem, weichem Haar- Kunstfaser- oder Federmaterial aus dem Fliegenbau mit der jiggenden Aktion eines Bleikopfes und evt. noch einem Spinnerblatt ist einfach zuviel für die Fische. Das Ganze hat mich und die Angler die mir beim Testen geholfen haben so überzeugt dass ich mich dem Bau dieser Köder nun gewerblich widme. Die Industrie hat Haarjig & Co lange genug ignoriert, nun ist die Zeit für maßgeschneiderte Handwerksarbeit. Ich nehme diejenigen einfachen, wirksamen Fliegenmuster von denen ich weiß dass sie durch weitere Beschwerung noch besser werden und binde sie auf z.T. hoch spezialisierte Jigköpfe, mit UL-tauglichen dünndrahtigen Haken. Oder auch mit Dickeren, je nach Zielfisch und verwendetem Gerät. Dabei möchte ich der eigenen Kreativität von Fliegenbindern nicht im Wege stehen. Ich versende auch Köpfe zum selber binden, sowohl einzelnd aus dem laufenden Sortiment als auch auf Anfrage in individueller Kleinserie, alles zu handelsüblichen Preisen.



Mein Geschäftsmodell basiert vollständig auf dem Gedanken Ideen und Kundenwünsche schneller in fängige Produkte umzusetzen als man braucht um sich eine chinesische Übersetzung davon zu besorgen. Meine Produktpalette ist noch in der Entstehung, also sprich mich bitte an wenn Du eine tolle Idee hast! Wenn es sich interessant anhört erweitere ich mein Sortiment oder fertige eine Auftragsarbeit.


Tight lines!
Frank